Mareike Rupertus, Associate bei Cassini Consulting
Gedanken_

Die Digitale Gesellschaft: Zwischen Utopie und Dystopie

Ein Interview mit Mareike Rupertus, Associate

Wie sieht das Digitale Deutschland aus? Wie wird die Digitalisierung die Gesellschaft Deutschlands beeinflussen? Was wird in Zukunft online erlaubt sein und was nicht? Diese Fragen sowie viele weitere stellt man sich, wenn man an die zukünftige Digitale Gesellschaft denkt.

Digitalisierung ist ein großer Begriff, der unzählige Themen beinhaltet. Womit beschäftigst du dich genau?
Das stimmt. Mir geht es dabei um Fragen, wie: Wie wollen wir morgen zusammenleben? Wer darf uns hierbei die Regeln diktieren? Die Digitalisierung betrifft eben nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch den Alltag von Bürgerinnen und Bürgern. Bei unseren Kunden geht es zumeist um die Digitalisierung von Prozessen oder der Umsetzung von Digitalisierungsstrategien. Doch auch für die Gesellschaft bringt die Digitalisierung einige Veränderungen mit sich. Ich möchte vor allem den Einfluss der Digitalisierung auf unser soziales Miteinander hervorheben. Was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn wir digital miteinander kommunizieren? Welche Rolle spielen dabei unsere Daten und deren sichere Aufbewahrung? Auch außenpolitisch ist es interessant zu sehen, wie sich die Digitalisierung auf nationale Beziehungen auswirkt. Ich finde es persönlich außerdem sehr spannend zu sehen, wie sich dadurch unsere Werte verändern werden: Was ist im digitalen Deutschland von morgen noch erlaubt? Welche Regeln werden gelten?

Deutschland und die Digitalisierung: was sind unsere größten Herausforderungen?
Deutschland muss zusehen, nicht ins digitale Hintertreffen zu geraten. Betrachten wir Länder wie Dänemark, Finnland oder die Niederlande, sind uns diese schon einige Jahre voraus. Für Deutschland ist es dabei besonders wichtig, in die Digitalisierung zu investieren. Aus unseren Projekten in der öffentlichen Verwaltung kennen wir Cassinis den Bedarf an digitalisierten Prozessen nur zu gut – nicht nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern gerade für die Bürgerinnen und Bürger. Was auch noch erschwerend hinzu kommt: Überlassen wir derzeit die digitale Rechtsprechung und die Definition digitaler Ethik nicht ausschließlich US-amerikanischen Tech-Giganten? Wir müssen vor allem in den Themen vorangehen, die Deutschland – und die EU – so einzigartig machen: Das Hochhalten der Fahne für die Demokratie, Freiheit und Menschenwürde.

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Zum Thema Dystopie: Was sind Horrorszenarien oder Ängste in Bezug auf die Digitalisierung, die dir unsere Klienten erzählen?
Ich habe im Austausch mit unseren Kunden häufig das Gefühl, dass viele die Digitalisierung mit Skepsis betrachten. Besonders der eigene Arbeitsplatz steht dabei im Vordergrund. Oft kommt die Frage, ob der eigene Arbeitsplatz durch die Digitalisierung von Prozessen hinfällig wird. Doch ich sehe die Digitalisierung insbesondere als Chance: natürlich wird sich einiges ändern und bestimmte Arbeitsschritte werden zukünftig nicht mehr notwendig sein, jedoch vereinfacht die Digitalisierung auch die eigene Arbeit enorm und schafft überdies neue Möglichkeiten der beruflichen Entfaltung.

Wie kann man deutschen Unternehmen die Angst vor Digitalisierung nehmen?
Neues kann häufig verunsichern: Es bestehen unbekannte Risiken, bewährte Vorgehensweisen müssen überdacht werden und man verlässt seine Komfortzone. Ich bin davon überzeugt, dass der Diskurs die am besten geeignete Option ist, Ängste zu zerstreuen. Durch Erfolgsgeschichten kann man Nähe schaffen und zeigen, was möglich ist. Neue Technologien, wie beispielsweise Blockchain, eröffnen völlig neue unternehmerische Chancen, die spürbare Vorteile für die Arbeitswelt entstehen lassen. Und, vor allem: Den gesellschaftlichen Diskurs auf das digitale Level heben. Bisher reden wir viel über Arbeit 4.0, neue Technologien und der Agilisierung bisheriger Organisationsmodelle. Worüber wir viel zu wenig reden, sind die Regeln des digitalen Deutschlands von morgen.

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