Cassini Consultants im Gespräch
Gedanken_

Digitale Projekte: Neuland für die Bürokratie?

Cassini ist an vielen großen Public Projekten beteiligt. Wo liegen die Schwerpunkte?

Christopher Büttner_ Schwerpunkt unseres Engagements ist derzeit der Bund. Die Entwicklungen auf Landesebene werden aber zunehmend spannender für uns und nehmen daher einen immer größeren Anteil ein. Die Bundesländer nähern sich der Digitalisierung sehr unterschiedlich - trotz des gemeinsamen Rahmens, dem OZG.

Cassini Consultants im Gespräch Christopher Büttner, Consultant

Wir Cassinis unterstützen bereits in mehreren Ländern maßgeblich bei der Aufbau- und Ablauforganisation in den Landesverwaltungen. Denn die grundlegenden Anforderungen an die Organisationen für E-Government – und Digitalisierung erfordern eine Stärkung und Weiterentwicklung der strategischen, organisatorischen und technischen Grundlagen.
In Zeiten einer enormen Dynamik in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft muss sich die Verwaltung als lernende Organisation aufstellen. Sie muss ihre Fähigkeit festigen, auf neue Fragen schnell und kompetent zu antworten.

Hier liegt unser Schwerpunkt. Eine Aufgabe, die uns sehr am Herzen liegt. Wir freuen uns jetzt schon, bald die Ergebnisse unserer Arbeit erleben zu dürfen.

Wie ist bezüglich der Länder der aktuelle Stand? Was sind momentan wichtige Projekte, an denen die Länder arbeiten?

Florian Theißing_ Die öffentliche Verwaltung insgesamt bohrt gerade ein enorm dickes Brett mit dem schönen Namen „Onlinezugangsgesetz“: Bis 2022 müssen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland digital angeboten werden. Da für einen Großteil der Leistungen die Bundesländer zuständig sind, hat das in den Ländern eine ungeheure Dynamik ausgelöst. Wir haben gerade eine Studie zum Stand der Digitalen Transformation in den Landesverwaltungen durchgeführt. Daran lässt sich gut ablesen, dass die Verwaltung – endlich – diese Herausforderung der digitalen Transformation angenommen haben. Das Thema wird in den Bundesländern inzwischen ganz oben auf Staatssekretärs- und Ministerebene verantwortet und getrieben. Die neuesten Technologien kommen zum Einsatz, Künstliche Intelligenz ist ein Riesenthema. Gleichzeitig machten unsere Ergebnisse aber auch deutlich, was für eine Riesenaufgabe da noch ansteht: In der Hälfte der befragten Landesbehörden ist aktuell nur ein Bruchteil der Leistungen digitalisiert. Und 2022 ist ja nicht mehr so weit weg…

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Wie ist Cassini in solchen Projekten involviert? Was sind unsere Aufgaben?

Laurence Greeb_ Unsere Aufgaben in solchen Projekten sind ganz vielfältig und sehr spannend. Im Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (kurz MLUL) haben wir zum Beispiel intern mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Ressorts Digitalisierungswerkstätten durchgeführt, Maßnahmen konkretisiert und ein Tool entwickelt, um die Umsetzung des Onlinezugangsgesetztes transparent zu machen und aktiv steuern zu können. Daneben haben wir in diesem Projekt einmal den Schulterschluss zu den „betroffenen“ Branchen gesucht. In einer Interessengruppenanalyse habe ich die Vertreterinnen und Vertreter der grünen Branche, also beispielsweise aus der Land- und Forstwirtschaft befragt, was sie eigentlich im Zuge der Digitalisierung von ihrem Fachministerium erwarten. Das war eine der Fragen. Das gab uns die Chance, auch durch die sehr motivierten und auch mal querdenkenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ressorts, einen ganz spannenden Blick auf Fragen rund um die Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben zu werfen: Was will der Bürger eigentlich? Welche Verfahren sind ihm wichtig oder was sollte man bei der Digitalisierung bedenken? Was wollen Unternehmen wirklich?

Cassini Consultants im Gespräch Laurence Greeb, Consultant

Wir konnten erkennen, wo wirklich der Schuh drückt, welche Rolle die öffentliche Verwaltung in der Digitalisierungspielen sollte und welche ganz konkreten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden müssen.
Fazit war hier: Wir haben schon viel, wir müssen es nur finden und nutzen und das geht nur durch eine einfachere Sprache, logische Suchoptionen und selbsterklärende Oberflächen.
Nicht zuletzt war es für mich persönlich spannend, die Stimmung und den Blick des ländlichen Raums aufnehmen zu können. Denn genau hier wird sich meines Erachtens entscheiden, ob wir in Deutschland die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Kundeninteresse, also mit dem Bürger gemeinsam, erfolgreich gestalten können.

Man hat das Gefühl, dass solche Projekte sehr langwierig sind und eine gefühlte Ewigkeit dauern. Woran liegt das?

Florian Theißing_ Es liegt nicht an den Beschäftigten in den Landesverwaltungen! Die sind hochmotiviert und sehr kompetent. Aber die Verwaltung arbeitet noch in bürokratischen Strukturen und Prozessen, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben: Haushalt, Dokumentation, Personal und Beschaffung sind nun mal an sehr formale und schwerfällige Prozesse gebunden.
Damit wir uns nicht missverstehen: diese Formalismen haben ihren guten Grund. Als Bürger möchte ich ja auch Transparenz über die Verwendung meiner Steuergelder haben und sicher sein, dass der Beamte in der Vergabestelle den Millionenauftrag nicht seinem Kumpel zuschustert. Aber angesichts des digitalen Wandels wirken diese veralteten bürokratischen Strukturen als enormer Bremsklotz. Ein Projektleiter in einem Digitalisierungsprojekt kann nicht ein halbes Jahr warten, bis er das benötigte Geld oder Personal bekommt und angesichts der Rasanz des digitalen Wandels kann er auch nicht vorhersagen, welche Mittel oder Technologien er in zwei Jahren brauchen wird. Das ist aus meiner Sicht aktuell die größte Herausforderung der öffentlichen Verwaltung: Ob es ihr gelingt, diesen „eisernen Käfig“ der Bürokratie zu sprengen und durch etwas Neues, Flexibleres und Agileres zu ersetzen. Das ist eine gewaltige, aber auch superspannende Aufgabe, bei der wir unbedingt mithelfen wollen und auch werden.

Florian Theißing, Management Consultant, Cassini Consulting Florian Theißing, Management Consultant

Wieso arbeitet ihr so gerne im Public-Sector und was ist das Besondere bei Cassini?

Laurence Greeb_ Wir merken tagtäglich, je weiter wir in der digitalen Transformation voranschreiten, dass technische Fragestellungen und Entwicklungen eine Vielzahl gesellschaftlicher Fragen aufwerfen. Wie wollen wir in einer Demokratie zusammenleben? Muss der Staat auch als digitaler Souverän auftreten? Wer setzt Recht und Gesetz in sozialen Medien durch? Wie ist unsere Meinungsfreiheit in digitalen Räumen geschützt? Wie stellen wir gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land her? Als Berater bin ich auch Bürger und am Ende Steuerzahler. Mich motiviert es daher jeden Tag (sozusagen aus einer moralischen Verpflichtung heraus), für die öffentliche Verwaltung nachhaltige Ergebnisse zu entwickeln und einen kleinen Beitrag zu den oben genannten Fragen zu leisten. Und dafür bietet mir Cassini genau das richtige Umfeld. Freiräume für neue Ideen - ich habe gerade aus dem Berliner Standort in unseren Frankfurter Standort gewechselt, um von hier unser „Public Segment“ weiter zu etablieren - spannenden Projekte mit gesellschaftlicher Relevanz und viel Verantwortung! Nicht zuletzt sind es die ganz tollen und persönlich engagierten Kolleginnen und Kollegen nicht nur im Public Sector, sondern bei Cassini überall, die es besonders machen, hier zu arbeiten.

Carmen Dencker_ Mir ist wichtig, kontinuierlich dazu zu lernen – und das kann ich im öffentlichen Sektor bei Cassini. Ich arbeite gerne an der Schnittstelle zwischen Organisations- und IT-Themen. Zusammen mit einem Kollegen habe ich ein Technikkonzept für ein Fachverfahren eines Bundesministeriums geschrieben. Die Themenvielfalt war von IT-Sicherheit über Infrastruktur hin zum Systemdesign spannend. Aktuell unterstütze ich eine komplexe Bund-Länderorganisation dabei, eine Serviceorganisation aufzubauen. Über die Projektarbeit hinaus arbeite ich im Business Development mit. Vor kurzem habe ich meine erste eigene Ausschreibung als Bid Managerin begleitet. Mit einem Kollegen habe ich einen Fachartikel zum Thema Erwartungsmanagement in Projekten geschrieben. Interessierte Kollegen, die sich durch ein Fernstudium im MINT-Bereich weiterbilden möchten, unterstütze ich als Studienkoordinatorin. Dabei kann ich meine eigenen Erfahrungen weitergeben, bald schließe ich mein Zweitstudium der Wirtschaftsinformatik ab.
Also viele unterschiedliche Themenbereiche in denen ich mich verwirklichen kann. Der Freiraum bei Cassini ist echt groß, das schätze ich sehr!

Carmen Dencker, Consultant, Cassini Consulting Carmen Dencker, Consultant


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